katja kirste :: kommunikation

Klimaschutz dank Energieberatung

Ein Projekt der Stadtwerke München (SWM) und der Münchner Wohlfahrtsverbände hilft Menschen mit wenig Geld, Energie zu sparen. Das tut auch der Umwelt gut.

Erschienen im Diakonie-Report, Juni 2010

Im Auftrag der Inneren Mission und der Stadtwerke München (SWM) berät Ulrich Alwardt ehrenamtlich Familien und Alleinlebende mit wenig Geld, wie sie Strom, Heizung und Wasser sparen können. Auch Kathrin D., eine zierliche, blonde Frau, die ihren siebenjährigen Sohn allein erzieht, hat sich für eine Beratung angemeldet. Das Projekt haben die SWM zusammen mit den Münchner Wohlfahrtsverbänden ins Leben gerufen. Für die Innere Mission sind 13 ehrenamtliche Berater im Einsatz, die von den Experten der SWM in einem mehrtägigen Seminar gründlich geschult wurden. Ulrich Alwardt ist einer von ihnen. Der ehemalige Siemens-Projektmanager hat schon einige Beratungen hinter sich, weiß, dass er sich immer wieder neu auf den Haushalt, den er besucht, einstellen muss. Direkt vor Ort sucht er nach Stromfressern und Energiesparmöglichkeiten. Katrin D. kostet die Beratung nichts. „Gedacht ist das Projekt für Menschen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben“, sagt Ulrich Alwardt. Dazu gehört, wer Arbeitslosengeld II beziehungsweise die Grundsicherung im Alter erhält oder über ein ähnlich niedriges Einkommen verfügt.

Klimaschutz muss nicht teuer sein

Nicht nur der Geldbeutel wird durch die Energieberatung geschont. Wer sich beraten lässt, lernt auch, umweltbewusst mit Strom, Heizung und Wasser umzugehen. „Wir wollen mit dem Projekt Menschen mit geringen Einkommen finanziell entlasten, zugleich aber auch ökologisches Bewusstsein wecken und unmittelbar etwas für den Klimaschutz tun“, sagt Martin Janke, der bei den SWM für das Projekt verantwortlich ist.

Auch wenn kein Geld für teure Investitionen vorhanden ist, muss der Klimaschutz nicht zu kurz kommen. Schon mit einfachen Mitteln kann man viel erreichen. Rund 280 kg CO2 weniger schlagen in einem Einpersonenhaushalt im Jahr zu Buche, wenn alle Energiespartipps beherzigt werden. 30.000 Münchner Haushalte sollen durch das Projekt erreicht werden. Das Einsparpotenzial ist also groß.

Eneriesparlampen lohnen sich

Am Küchentisch von Katrin D., über dem eine große Lampe hängt, packt Ulrich Alwardt eine Energiesparbox aus, ein Geschenk, das jeder bekommt, der an der Energieberatung teilnimmt. Darin enthalten sind eine schaltbare Steckerleiste, ein Kühlschrankthermometer und zwei Energiesparlampen. Katrin D. schraubt eine der Energiesparleuchten in die Lampe. Sie geht sofort an, ohne Anlaufzeit. Auch wenn Energiesparlampen teurer sind als Glühbirnen, rechnet sich die Anschaffung. Hat eine Glühbirne eine durchschnittliche Lebensdauer von einem Jahr, so sind es bei einer Energiesparlampe sechs Jahre und mehr. Schon nach ein bis zwei Jahren spart man dank des geringeren Energieverbrauchs kräftig. Im Vergleich zu Glühlampen fallen im Jahr bei einem 2-Personen-Haushalt über 60 Euro weniger an, bei einem 4-Personen-Haushalt sind es über 92 Euro. Für die Umwelt sind Energiesparlampen ohnehin ein Segen. Tauscht man sechs Glühlampen gegen Energiesparlampen aus, werden 115kg CO2 im Jahr weniger ausgestoßen, das ist die Menge, die sechs Bäume in einem Jahr binden können.

Eine neue Waschmaschine

Stromfresser sind oft auch alte Haushaltsgeräte. Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler von Katrin D. haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Ulrich Alwardt schaut sie sich genau an. Denn bei Bedarf tauschen die Stadtwerke alte Geräte kostenlos gegen neue aus. Bis zu 3000 Kühlschränke, Kühlgefrierkombinationen, Waschmaschinen und Geschirrspüler, alle mit dem A++-Label, dem Zeichen für höchste Energieeffizienz, stehen bereit. Ulrich Alwardt gibt schließlich eine Empfehlung ab: Die Waschmaschine sollte ausgetauscht werden. Ob Katrin D. wirklich ein neues Gerät erhält, wird die Innere Mission entscheiden. Die 33-Jährige jedenfalls ist mit der Energieberatung zufrieden. Sie hat erfahren, dass sie schon vieles richtig macht, aber auch Neues dazugelernt. Glücklich ist sie darüber, dass die Tageslichtlampe im Zimmer ihres Sohnes weniger Energie verbraucht als sie dachte. „Das jedenfalls ist kein Stromfresser“, sagt Ulrich Alwardt, „denn Neonröhren sind ja die Vorläufer der Energiesparlampe.“ Der Junge lacht den Mann an, der an, der so viel weiß. Gut auch für ihn, dass es die Energieberatung gibt.